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Die Metallbildhauerin Franziska Kelz-Blank wurde 1946 in Bamberg geboren. Nach einer gründlichen Ausbildung und vielen Auslandsreisen ließ sie sich 1970 in Sankt Augustin nieder. Heute lebt sie in Bonn-Bad Godesberg. Mit Schreiben vom 17. Oktober 1976 stellt Franziska Kelz-Blank den Entwurf der Bürgermeisterkette vor. Ende 1974 habe sie von dem damaligen Gemeindedirektor Ulrich Syttkus den Auftrag erhalten, eine Bürgermeisterkette zu entwerfen. Sie habe sich u. a. eine Publikation „Amtsketten deutscher Städte“ beschafft, in der viele Ketten abgebildet und beschrieben sind. Sie reiste in Deutschland herum zur Besichtigung von entsprechenden Bürgermeisterketten. Frau Kelz-Blank stellte fest, dass sehr selten historische Wappen oder Symbole überzeugend integriert seien. Sie beklagte auch funktionale Mängel: „Der repräsentative Charakter solch einer Kette, aber auch die Herrenmode (Anzug-Jackett mit Reverskragen) verlangt nach einer breit liegenden Schulterkette. Amtsketten mit freien Ösenbewegungen werden durch ihr Gewicht heruntergezogen und rutschen weg von den Schultern zum Hals hin.“ Daran, dass auch einmal in Sankt Augustin eine Bürgermeisterin repräsentieren könnte, dachte Frau Kelz-Blank damals noch nicht. Abschließend spricht sie von einem Preis zwischen 8.000 DM und 10.000 DM und schätzt die Herstellungsdauer auf acht bis zehn Monate.
Am 17. Januar 1977 stimmt der Haupt- und Finanzausschuss mit 9 Ja-, 6 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung der Beschaffung einer Amtskette zu. Das Ergebnis zeigt deutlich, dass keineswegs Einigkeit über die Notwendigkeit eines solchen Repräsentationsobjektes bestand! Die Kette wurde anlässlich der Stadtwerdung von der Entwicklungsgesellschaft der Stadt als Geschenk überreicht. Der Generalanzeiger vom 12. Oktober 1977 beschreibt die Kette, basierend auf Erläuterungen der Künstlerin, folgendermaßen: „Mittelpunkt der Bürgermeisterkette ist das Wappen der Gemeinde. Im oberen Teil gibt es den Bergischen Löwen in Rotgold auf silbernem Feld wieder. Den unteren Teil des Wappens bildet das Motiv der Herren von Menden, ein in silber und blau geschachtetes Feld. Die Goldschmiedin ... legt Wert darauf, dass das Wappen nicht als „Fremdkörper“ an die Amtskette angehängt wurde, sondern dass es in die Kette integriert wurde... Besonderen Reiz erhält die Bürgermeisterkette durch die einander abwechselnden glatten und leicht strukturierten Felder. Die Zwischenteile, in denen die Wappenfarben Blau und Rotgold wiederkehren, gliedern die Kette in 7 Abschnitte. Auf diese Weise werden die 7 Gemeinden symbolisiert, aus denen Sankt Augustin 1969 entstand (Sankt Augustin-Ort als eigenen Ortsteil gab es bis 1969 nicht).”
Die Amtskette wurde aus Maßivem Silber hergestellt. Für die handwerkliche Arbeit brauchte Franziska Kelz-Blank sechs Monate. Sie verwendete 5 Silberlegierungen. Der Löwe des Wappens und die Ränder der Zwischenstücke wurden aus 2 Rot-Gold-Legierungen hergestellt. Die blauen Wappenfelder und Zwischenteile sind aus rekonstruiertem Lapis. Das Schloss der Kette wurde aus weißgold gefertigt.
Für eine besondere Form der Kette sorgen 51 verdeckt angebrachte Scharniere. Sie garantieren, dass die 745 Gramm schwere Kette ihre Form behält.“ Die Künstlerin hat bei der Herstellung der Kette mehr als 600 Einzelteile verarbeitet.
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