|
|
|
|
|
|
|
Bereits in den Jahren 1903/04 suchte der Gründer der „Gesellschaft des Göttlichen Wortes“ (SVD), Arnold-Janssen, einen Ort für eine Niederlassung in der Erzdiözese Köln. Nachdem Versuche in der Eifel, in Ramersdorf und in Niederdollendorf fehlgeschlagen waren, schaltete sich der spätere Pfarrer von Hangelar, der geistliche Rektor Franz Jacobi, in die Verhandlungen ein. Er schrieb an das Mutterhaus und warb für seinen Ort mit folgenden Gründen:
|
|
Die Lage ist äußerst gesund und Krankheiten kenne man fast gar nicht. Die Ausläufer des Siebengebirges sind eine halbe Stunde entfernt. Am 1. Mai oder 1. Juni nächsten Jahres ab läuft jede halbe Stunde die elektrische Bahn von Bonn nach Siegburg. Für Personenverkehr dient ferner die Bröltalbahn; diese sowie eine eigene Industriebahn für Güterverkehr. Es ist (als einziges Industriewerk) ein Großes Tonwerk hier, welches grobe und bessere Steine herstellt und also hier am billigsten die Bausteine geliefert würden! Ebenso sind hinreichend Arbeitskräfte am Platz. Wir haben Wasserleitung und elektrisches Licht, und zwar beziehe ich letzteres für 30 Pfennig pro Kilowattstunde. Ein so Großer Abnehmer wie ihr Haus würde natürlich viel billiger beziehen. Ich würde Ihnen beliebig viel Land zum Preis von 400 bis 600 Mark pro Morgen verschaffen. Ich bitte um gefällige Antwort...
|
|
|
|
Nachdem man über mehrere Neubauten bzw. über die Übernahme älterer Gebäude in Hangelar nachgedacht hatte, machte Franz Jacobi die Steyler auf ein Grundstück aufmerksam, das genau auf der Gemeindegrenze zwischen Hangelar und Siegburg-Mülldorf liegt. Im Mai 1912 war es dann endlich soweit. Man hatte sowohl die kirchliche als auch die staatliche Genehmigung der preusßschen Staatsregierung für eine Niederlassung in Hangelar zum Zweck der „Aushilfe in der Seelsorge“ und als Heim für „erholungsbedürftige Ordensangehörige“. Im Sommer des Jahres 1913 begann man mit dem Bau des Hauses. Die kanonische Errichtung des Hauses auf den Namen des Heiligen Augustinus erfolgte am 3. Dezember 1913 durch P. Generalsuperior Blum. Im Vorfeld war auch vom „Haus St. Paul zu Hangelar“ bzw. vom „Kollegium Paulinum“ die Rede. Schließlich nannte man es jedoch „Augustinhaus“ oder „St. Augustinus“. Seitdem sind mehrere Institutionen in der Nähe des Erholungsheimes errichtet worden.
|
|
|
|

|

|

|
|
|
|
Nachdem man 1925 mit dem Philosophiestudium begonnen hatte, wandelte man 1932 diese Institution zur Philosophisch-Theologischen Hochschule um. Auch durch Enteignung 1941 und 1944 sowie schwerer Beschädigung durch Bombenangriffe ließen sich die Steyler Missionare nicht von ihrem Standort Sankt Augustin abbringen. Sie kehrten, nachdem sie durch die Gestapo vertrieben worden waren, 1945 wieder zurück und bauten mit eigenen Kräften ihr Haus einschließlich der Kirche wieder auf. 1960 erfolgte der Bau des Anthropos-Institutes für Völkerkunde, Religionswissenschaft und Linguistik sowie des Missionswissenschaftlichen Instituts und der Missionsprokurs. 1964 entstand das Steyler Missions-Sparinstitut. 1972 fand die Eröffnung des Institutes Monumenta Serica (China-Institut) statt und 1973 bedeutete den Startschuss für das Ethnologische Museum „Haus Völker und Kulturen“ und die Buchhandlung.
|
|
|
|
|
|
Philosophisch-Theologische Hochschule
|