|
Neben Menden zählt Niederpleis zu den ältesten Siedlungen auf dem Stadtgebiet von Sankt Augustin. Früheste Siedlungsspuren stammen aus der jungen Steinzeit. Der Name Niederpleis ist keltischen Ursprungs. Das Wort „-pleis“ geht auf das indogermanische „Pleu“ zurück, was fließend, Fluss bedeutet. Niederpleis entstand am Unterlauf des Pleisbaches, auf dem linken hochwasserfreien Ufer, kurz vor der Einmündung in die Sieg. Anders als bei den übrigen Stadtteilen kann man jedoch auf das Vorhandensein der Siedlung schon wesentlich früher, als die urkundliche Ersterwähnung es zulässt, hinweisen. Ein – wenn man so will – indirekter Quellennachweis für Niederpleis befindet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 859, in der Oberpleis („Pleysam Superiorem“) erwähnt wird. Daraus wächst zwangsläufig die Vermutung von der Existenz auch eines „Pleysa Inferior“ – Niederpleis. Die Ersterwähnung erfolgt jedoch erst in der Gründungsurkunde um 1070 der Abtei Siegburg. Darin überträgt Anno II. von Köln die Kirche in „Pleysa Inferior“ der Abtei Siegburg. Zuvor war sie im Besitz des St. Cassius-Stiftes in Bonn gewesen.
|
|
In diesem Ortsteil ist das älteste Gebäude des Stadtgebietes zu finden - dabei handelt es sich um den unteren Teil des Turmes der katholischen Pfarrkirche St. Martinus aus dem 12. Jahrhundert. Die Kirche liegt abseits des eigentlichen Dorfkerns. Ursprünglich als Eigenkirche der Ritter von Niederpleis gebaut, wurde sie nach dem Abbruch der Burg 1268 zur Pfarrkirche ernannt. Die Neubaugebiete befinden sich zunächst westlich des alten Ortkerns. Der „Rügerwohnpark“ mit seinen Hochhäusern aus den 1970er Jahren prägt einen Teil des Ortes. Ein Großzügig angelegter Park mit dem sogenannten „Monte Quasten“, benannt nach dem ehemaligen Stadtdirektor, verbindet diese Häuser mit einer überwiegend aus Einfamilienhäusern bestehenden Bebauung bis hin zum Niederpleiser Dreieck. In der alten Markstrasse, einem historischen Verkehrsweg, entstand das Größte Schulzentrum der Stadt mit Albert-Einstein-Gymnasium, Real- und Hauptschule. Ein Wahrzeichen dieses Stadtteiles ist die „Burg Niederpleis“. Die alten Baulichkeiten an der heutigen Langstrasse wurden 1872 abgerissen und durch die heute noch bestehenden ersetzt. In der Sommerzeit ist Burg Niederpleis wegen seiner Erdbeeren und seines Spargels hoch begehrt. Ein weiteres Kleinod für Niederpleis ist die Mühle Niederpleis. Sie beinhaltet eine Aussenstelle des Standesamtes, Büros und ein Restaurant - und das alles idyllisch am Pleisbach gelegen. An die ehemalige Niederpleiser Tonindustrie erinnert die zwischen Niederpleis und Birlinghoven gelegene „Zeche Plato“ (oder Pleistalwerk), in dem zum Schluss bis 1972 Tonröhren hergestellt wurden.
|