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Zwischen dem 6. und 9. Jahrhundert wurde das hiesige Gebiet durch die Franken in sogenannte Gaue (Verwaltungsbezirke) eingeteilt. Das heutige Stadtgebiet von Sankt Augustin zählte zum Auelgau, der seinerseits 722/723 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird. Die Burg auf dem Michaelsberg beherbergte den Sitz des Comes/des Grafen, dem die Herrschaft über den Auelgau oblag. Mitte des 11. Jahrhunderts kam es zu einem Machtkampf zwischen Pfalzgraf Heinrich, dem Wütenden, und Erzbischof Anno II. von Köln. Nachdem Anno II. den Grafen besiegt hatte, gründete er auf dem Michaelsberg das für das gesamte Umland so wichtige Benediktinerkloster (ca. 1070).
Der Pfalzgraf war zwar aus dem Auelgau verschwunden, es blieben jedoch die Untergrafen: So war denn auch das heutige Sankt Augustiner Stadtgebiet im Mittelalter ein ständiger Zankapfel zwischen den jeweils herrschenden Fürsten. Die Streitigkeiten zwischen dem Grafen von Sayn (Westerwald) und dem Grafen von Berg (Stammsitz bei Altenberg, später Burg an der Wupper) mündeten schließlich in der Tatsache, dass 1363 nach ursprünglicher Verpfändung die Herrschaft Blankenberg (dazu zählte das hiesige Terrain) durch Nichteinlösung an den Grafen Wilhelm II. von Berg fiel.
Ende des 15. Jahrhunderts gehörte dann der gesamte rechtsrheinische Rhein-Sieg-Kreis zum Herzogtum, dem späteren Großherzogtum Berg. Das Herzogtum war verwaltungsmäßig eingeteilt in Ämter, diese ihrerseits in Honnschaften. Die kirchliche Zugehörigkeit stand dabei wieder auf einem anderen Blatt. Die Honnschaften Buisdorf, Mülldorf und Niederpleis waren dem Kirchspiel Niederpleis zugehörig, Meindorf, Obermenden und Niedermenden dem Kirchspiel Menden, Holzlar und Hangelar dem Kirchspiel Vilich und die Honnschaft Birlinghoven dem Kirchspiel Stieldorf. Sie alle zählten zum Amt Blankenberg.
Im Rahmen der napoleonischen Kriege wurde Berg am 15. März 1806 an Frankreich abgetreten. 1808 erfolgte eine einschneidende territoriale Neuordnung durch Napoleon. Die sogenannte Munizipalverwaltung wurde eingeführt. An der Spitze stand nunmehr ein Maire, ein Bürgermeister, der die kommunalen Geschäfte leitete. Nach dem Rückzug der französischen Truppen 1813 existierte für zwei Jahre lang eine provisorische Führung. Nunmehr haben wir es mit dem Generalgouvernement Berg unter der Hoheit der Verbündeten zu tun.
1815 wurde das heutige Stadtgebiet von Sankt Augustin im Wiener Kongress dem Königreich Preussen zugesprochen. Es zählte innerhalb der Rheinlande zur Provinz Jülich-Kleve-Berg, dem Kreis Siegburg (Zusammenlegung mit dem Kreis Uckerath 1925 zum Siegkreis) und nannte sich nunmehr Bürgermeisterei Menden (ab 1926 Amt Menden).
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Folgende Texte stammen aus der „Medizinischen Topografie des Siegkreises“ von Dr. Anton Lohmann (1829/30):
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Ackerbau: Das Amt Menden besteht aus 7213 Morgen Ackerland verschiedener Gattung; 1846 Morgen wenig ergiebige Wiesen, 223 Morgen Gärten, 176 Morgen schlechter Hochwald, 1800 Morgen mittelmäßiger Niederwald, 2193 Morgen Heideland. Auch der Weinbau - mehr roter als weißer Wein - wird bezeugt, als "vorzüglichste Gattung die Kräutertraube"
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Die gewöhnliche Einteilung der Zeit für die arbeitende Klasse: Im Sommer und zwar vom 1. Mai an beginnt die Arbeit im Felde morgens um 5 Uhr und dauert bis 7 Uhr. Um 7 Uhr wird das Frühstück eingenommen. Von 8 Uhr an dauert dann die Arbeit bis 11. Um 12 Uhr wird das Mittagsmahl eingenommen, dann ist Ruhestunde bis 2 Uhr, von welcher Zeit die Arbeit wieder fortgesetzt wird bis 4 Uhr, wo dann das sogenannte Vesper- oder Vieruhrbrot eingenommen wird und nun wird die Arbeit bis 8 Uhr abends fortgesetzt, es wird zu Abend gegessen und man legt sich schlafen. So geht dies bis Michaeli (29.9.) fort. Von dieser Zeit an beginnt die Arbeit erst um 7 Uhr morgens und dauert bis Mittag und von nachmittags 2 Uhr bis 7 Uhr.
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Wohnverhältnisse: Wenngleich in den beiden Städten Siegburg und Königswinter die Wohnungen im allgemeinen... gut gebaut sind, ..., so findet man dagegen auf dem Land meist das Gegenteil davon.... Das Erdgeschoss ist in den meisten Wohnungen nicht gediehlt und (es) wird in demselben Gemache gearbeitet, geschlafen, gekocht, ... (es) ist Geschäftszimmer, Krankenstube, Geburtslager und Totenkammer. Die Fenster an diesen Hütten sind oft nur Löcher, ..., worin dann ein Stück Glas von 3-4 Zoll Durchmesser gefasst ist.... Diese Fenster sind fest und können nicht anders geöffnet, als wenn sie ganz herausgenommen werden, was höchstens im Sommer mal geschieht.... Eine einzige solche elende Stube, eine kleine Küche, worin fürs Vieh gekocht wird, ... neben der Küche ein erbärmlicher Kuhstall, machen das ganze Gebäude aus.
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Vergnügungen: außer den Kirchweihen, der Fastnacht, Jahrmärkten, Hochzeiten ... sind hier übrigens keine Volksfeste gebräuchlich.... Das Tanzen wird bei diesen Gelegenheiten in der Regel übertrieben durch das häufige Walzen, ..., Überhaupt durch die französischen und englischen Tänze werden Tänzer und Tänzerinnen nicht selten so erhitzt, dass die Gesundheit in hohem Grade gefährdet wird.... Heftige Rheumatismen, Katharre, ..., Blutspeien, Blutungen... sind nicht seiten die traurigen Folgen des leidenschaftlichen Tanzens.... Wenn die Köpfe von den berauschenden Getränken betäubt sind und das Blut durch das häufige Tanzen erhitzt ist, so ereignen sich nicht selten Raufereien, die dann oft blutige Auftritte zur Folge haben.... außer den eben erwähnten gewöhnlichen Volksfesten sind häufige Trinkgelage ... vorzügliche Belustigungen der hiesigen Einwohner. Meistens haben diese Zusammenkünfte in den Branntweinschänken auf den einzeln liegenden Dörfern, die dem Auge der Polizei entzogen sind, statt. Gewöhnlich versammelt sich hier die Hefe des Volkes und treibt dort bei Sauf und Spiel alle erdenklichen Laster...
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