Seit der kommunalen Neuordnung hat die Bevölkerung Sankt Augustins stetig zugenommen. Dabei ist jedoch von 1969 bis 1982 eine erheblich höhere jährliche Zuwachsrate zu verzeichnen gewesen als in den Jahren danach. Von dieser Entwicklung waren die einzelnen Ortsteile allerdings unterschiedlich betroffen. Das höchste Bevölkerungswachstum erfolgte in den Siedlungsschwerpunkten Niederpleis und Mülldorf, in denen sich die Bevölkerungszahl zwischen 1969 und 2002 mehr als verdoppelt hat. Am geringsten besiedelt sind die isoliert liegenden Ortsteile Buisdorf, Meindorf und Birlinghoven.

 

 

1969

1975

1985

1990

1992

2002

Birlinghoven

975

1126

1745

1959

1963

2080

Buisdorf

2323

2725

2709

2686

2877

3170

Hangelar

5604

7814

8680

11315

10972

9525

Meindorf

1465

1639

1773

1641

1664

2941

Menden

8144

9317

10042

10426

10405

10554

Mülldorf

3852

5667

5801

8203

8682

8757

Niederpleis

5263

8722

10647

14082

14376

13154

Sankt Augustin-Ort

4651

5723

6006

6366

6471

7077

Insgesamt

32277

42733

47403

56678

57410

57258

 

Bis 1992 waren nur in Niederpleis und Mülldorf stetige Zuwachsraten - jedoch mit abnehmender Tendenz - zu verzeichnen. Ihre Zuwachsraten von 65,7% bzw. 47,1% bis 1975 sind vermutlich auf den Bezug der bis zu 19-geschossigen Hochhausbebauung in diesen Stadtteilen zurückzuführen. Seit den achtziger Jahren stiegen die Bevölkerungszuwachszahlen nur noch leicht an, die Fünf-Jahres-Zunahmequote fiel von über 30% im Zeitraum 1969 bis 1975 auf unter 3% für die Zeit von 1985 bis 1990 zurück. Ein Anstieg der Bevölkerungszahlen ist für die neunziger Jahre zu beobachten. Er beruht dabei wesentlich auf den Zustrom von Nichtdeutschen, der seit Ende der achtziger Jahre auch in Nordrhein-Westfalen allgemein durch Asyl suchende Ausländer hervorgerufen wurde. Einen wesentlichen Einfluss auf die Bevölkerungszunahme Sankt Augustins hatte die räumliche Bevölkerungsbewegung, die mit den beiden Ausnahmen der Jahre 1983 und 1984, als die Fortzüge mit 19 bzw. 126 Personen überwogen, einen zum Teil beträchtlichen Wanderungsgewinn ergab.

1984 konnte der Wanderungsverlust nicht durch den Geburtenüberschuss ausgeglichen werden, so dass in diesem Jahr ein - wenn auch geringer - Bevölkerungsrückgang von 33 Personen zu verzeichnen war. Besonders hoch waren die Zuzüge mit über 5.000 Personen in den Jahren 1971 und 1972, so dass sich in diesen Jahren Bevölkerungsüberschüsse von mehr als 2.000 Personen ergaben. Von den Neubürgern, die seit 1975 zugezogen sind, ist bis 1980 etwa ein Viertel im berufstätigen Alter zwischen 30 und 50 Jahren, ab 1984 steigen die Zahlen durchschnittlich auf etwa ein Drittel der Zugezogenen an. Da in den Jahren bis 1980 der Anteil dieser Altersgruppe bei den Fortgezogenen höher ist, in den Jahren danach aber etwa 5% weniger als bei den Zugezogenen ausmacht, kann daraus geschlossen werden, dass in den ersten Jahren vor allem der Arbeitsplatz den Ausschlag für den Zuzug nach Sankt Augustin gab, während danach eher der Wohnwert der Stadt als Motiv für den Zuzug eine Rolle spielte.